Jülich als Ort der Begegnung, Vielfalt und Kultur

10. März 2016 Allgemein

Wissenschaft und Historie vereinen

 Science-Bar, Wasserspielgarten und Mobil-App: 3.Workshop zur Zukunftsstadt konkretisierte „Ideen zum Anfassen“

 Jülich. Aufbruchstimmung herrschte beim 3. Workshop innerhalb des Wettbewerbprojektes „Jülich 2030+ – Bürger. Schaffen. Zukunft.“ nicht nur im übertragenen Sinne. Die bereits in zwei vorangegangenen Workshops zur Zukunftsstadt Jülich entworfenen und konkretisierten Visionen wurden jetzt zunächst in bewährten Arbeitsgruppen zusammengefasst, um in einer sich anschließenden Rotationsphase aller Teilnehmer durch alle Themenbereiche auf Potenzial und Realisierbarkeit überprüft zu werden.

 Dabei stellte sich heraus, dass es unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten von der Mobilität über Infrastruktur, Quartiersentwicklung bis zu sozialer Teilhabe und Bildung immer wieder um eine Vision von einer Stadt gibt, die Möglichkeiten schafft, sich zu begegnen – auf vielfältige Weise und mit verschiedenen Kulturen. Das „Rotieren“ durch die Themengruppen machte deutlich, dass Alles mit Allem zusammenhängt und sich bedingt.

„Dass alle Menschen gut informiert alle Orte zu vielen Zwecken auf vielen Wegen erreichen wollen und können, das ist die allumfassende Vision von der Zukunftsstadt Jülich“, so Dezernentin Katarina Esser, die gemeinsam mit Prof. Peter Burauel vom abermals als Gastgeber fungierenden Forschungszentrum die motivierten Workshopteilnehmer begrüßte und die in die Gesprächsrunden begleiteten und moderierten. Auch Bürgermeister Axel Fuchs zeigte sich abermals begeistert vom kreativen Dialog mit seinen Bürgern: „Es ist immer möglich, über Jülich zu diskutieren – und es lohnt sich sowohl für die Bürger als auch die Besucher“.

Damit erste bleiben und zweite kommen, soll sich die Stadt Jülich in der Zukunft noch stärker auf ihre „Markenzeichen“ Historie und Wissenschaft besinnen und mit diesen Pfunden wuchern. So lautete das Fazit der Gruppe, die sich mit der Infrastruktur des Jahres 2030 beschäftigte. Es entstand die Idee einer Science-Bar, in der wissenschaftlich erklärt wird, was dort gegessen wird. Auch überdachte Arkaden auf dem Marktplatz, die sowohl für temporäre Gastronomie wie Handel oder Feste geeignet sind, sind Visionen mit Realisierungspotential ebenso wie ein Café der Kulturen, eine „Haltestelle Wissenschaft“ oder eine Open-Air-Bühne im Zitadellengraben.

In der „Verkehrsgruppe“ drehten sich als greifbare Vision viele Gespräche um eine Mobilitätsplattform, deren Vermarktung ebenso wichtig ist wie ein gut auszubauendes Radwegenetz, ohne das ohne die in der Zukunft verstärkt gewünschte E-Mobilität nicht umsetzbar ist. Eine „App“, die für Nutzer aller Verkehrsmittel den schnellsten, kürzesten oder auch C02- neutralsten Weg von A nach B – weisen könnte, ist eine Vision, die Sinn macht und begreifbar ist.

Das Jülicher Nordviertel als bereits gut aufgestelltes Quartier bot eine gute Diskussiongrundlage, um schlussendlich auf eine konkrete Vision eines Ortes der Vielfalt zu kommen: bestenfalls in einem Mehrgenerationenhaus unweit des benachbarten FH-Geländes mit reichlich Spielplätzen und Bänken für Begegnungen von Menschen aller Altersstufen. Auch die Rur als „Lebensader“ bietet visionäre Ideen vom Wasserspielplatz bis zur Strandbar.

Um Begegnungen ging es auch in der Gruppe, die sich mit soziale Teilhabe beschäftigte: Jülich als ein Ort für Alles und Alle – vom Wissenschaftler bis zum Kindergartenkind. Die Visionen drehen sich um eine Bündelung aller dafür notweniger Informationen an einer Stelle und Vernetzung der Ansprechpartner.

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich von der Katholischen Hochschule NRW, die die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung bei dem Projekt übernimmt, zeigte sich optimistisch, dass die Jülicher Bürger im gemeinsamen Dialog Visionen entwickelt und damit sehr gute Voraussetzungen geschaffen haben, sich mit einer durch sie mit wissenschaftlicher Methodik übersetzten Bewerbung für die zweite Projektphase zu bewerben. Im April wird eine kleinere Gruppe aus Kompetenzteam und Bürgern die Arbeit zusammenfassen und diese durch eine Agentur für Design und Kommunikation grafisch und griffig umgesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird dann im Herbst aus den derzeit 51 Städten deutschlandweit diejenigen 20 Städte auswählen, die in einer weiteren Projektphase Vorarbeiten leisten und sich damit für die finale dritte Phase bewerben, in der Visionen gefördert und tatsächlich umgesetzt werden.

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