Inklusive Zukunftsstadt Jülich

22. Dezember 2015 Allgemein

Im Jülicher „Team Zukunftsstadt“ ist seit Beginn des Wettbewerbs Christoph Beckers vertreten. Er ist Bewohner des Stammhauses in Jülich. Er und seine Mitbewohner unterstützen bereits seit Jahren den Arbeitskreis für ein inklusives Jülich (AKI), der regelmäßig das Signet „Menschen mit Handicap – herzlich willkommen!“ verleiht. Diese Aktion ist ein Beispiel für heutiges Handeln, das gleichzeitig in die Zukunft weist. Barrierefreiheit ist eine der angestrebten Visionen, die innerhalb des Projektes „Jülich 2030+ – Bürger.Schaffen.Zukunft.“ konkrete Formen annehmen sollen.

Die Vision ist eine Stadt, in der alle Menschen teilhaben. Jülich ist bereits auf dem Weg zur Inklusion und formuliert in seinem Zukunftsprogramm „Jülich 2020“ Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Das Programm Jülich 2020 definiert die Entwicklung Jülichs zu einer demografiefesten Kommune und zu einem inklusiven Gemeinwesen als Ziele, d.h. die umfassende gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller in ihm lebenden Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter, individuellen Beeinträchtigungen, Ethnizität oder Religion. Alle Menschen sollen gleichermaßen die Chance haben, ihren Lebensalltag in der Kommune gelingend zu gestalten. Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezieht alle öffentlichen ebenen und Stellen sowie die Akteure der Zivilgesellschaft mit ein.

Der Wettbewerb „Jülich2030+ – Bürger.Schaffen.Zukunft.“ bietet nunmehr die Chance, sich mit weiter reichenden Visionen auseinanderzusetzen. Insbesondere die Gestaltung eines barrierearmen Umfelds wird zukünftig eine bedeutende Aufgabe werden. Hierbei gilt es die Bewohner am Umgestaltungsprozess zu beteiligen.

Ziel der Inklusion in einer barrierefreien Zukunftsstadt Jülich ist es, das gemeinsame Leben und Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen als gesellschaftliche Normalform zu etablieren. Inklusion bedeutet die Umwelt und die Gesellschaft so zu gestalten, dass allen Menschen ihren Bedürfnissen entsprechend Teilhabe möglich ist. Der Arbeitskreis für ein inklusives Jülich setzt sich aus Vertretern von Selbsthilfegruppen, Behinderteneinrichtungen, Politik und Verwaltung zusammen und engagiert sich seit vielen Jahren für die Belange von Menschen mit Handicaps. Im Rahmen der 2009 gestarteten Initiative „Menschen mit Handicap – herzlich willkommen“ zeichnet er kulturelle und öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Gaststätten und Praxen aus, die eine behindertengerechte Einrichtung sowie einen respektvollen und hilfsbereiten Umgang mit Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen bieten. Ziel dieser Aktion ist es das Bewusstsein der Bevölkerung für Menschen mit einem Handicap zu schärfen und mehr Rücksichtnahme zu entwickeln. Bisher wurden rund 100 Einrichtungen ausgezeichnet. Weitere Jülicher Geschäftsleute, Ärzte und öffentliche Einrichtungen sind für die Zukunftsstadt aufgefordert, sich Gedanken zu einer barrierefreien Gestaltung ihrer Räumlichkeiten zu machen, über einen barrierefreien Zugang bzw. weitere Möglichkeiten, Menschen mit Handicap Unterstützung und Hilfestellung bei dem Besuch ihrer Räumlichkeiten und der Inanspruchnahme der von ihnen angebotenen Leistungen zu geben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Barrierefreiheit ist die Mobilität im Straßenverkehr. 2013 startete die schrittweise Vervollständigung der Ausrüstung der rund 200 Bushaltestellen im gesamten Stadtgebiet mit Fahrgastwartehallen. Mittels Profilbordsteinen wird mit speziell erhöhten Bordsteinkanten die Anfahrt der Haltestellen mit Niederflurbussen gewährleistet, womit ein barrierefreier Zugang für Fahrgäste ermöglicht wird. Für blinde und gehbehinderte Personen werden über die gesamte Haltestelle taktile und optisch kontrastierende Beläge eingebaut. Der Aus- oder Neubau der Bushaltestellen soll innerhalb eines Zeitraumes von vier Jahren umgesetzt werden. Die eigene Mobilität zu unterstützen durch ein barrierearmes Umfeld, durch einen gute und barrierefrei ausgenbauten ÖPNV, durch Ruhezonen und öffentlich nutzbare Toiletten gehören ebenso zu den angestrebten Maßnahmen die Nachbarschaftshilfe über Generationen hinweg oder auch Treffpunkte der Kommunikation und Begegnung zwischen Generationen und Kulturen.

Bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum wird perspektivisch in größerem Umfang benötigt werden, da die Alterung der Bevölkerung naturgemäß fortschreitet und schon heute absehbar ist, dass der Anteil der alten und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen stetig zunehmen wird. Eine bessere Anbindung an die Innenstadt durch den Bürgerbus ist in Jülich bereits umgesetzt und ein weiterer Baustein für ein inklusives Jülich.

Signet_Barrierefreiheit