Zukunft farbenfroh gestalten

22. Dezember 2015 Allgemein

Checkpoints Jülich – Eröffnung der Ausstellung auf dem Schlossplatz

 Bürgermeister Axel Fuchs eröffnete in diesen Tagen auf dem Schlossplatz die Ausstellung „Checkpoints Jülich“ der Werkstatt Vielfalt. Rund 100 Besucherinnen und Besucher – vom Grundschulkind bis zum Senior waren der Einladung zur Vernissage gefolgt.

Die Ausstellung besteht aus sechs farbenfrohen Bannern, die an einem Bauzaun befestigt sind. Vorerst wird sie bis zum 23.12. auf dem Schlossplatz zu sehen sein, später wird sie bei verschiedenen Gelegenheiten erneut ausgestellt.

Über einen Zeitraum von rund sechs Monaten haben 37 Jugendliche verschiedener Nationalitäten und Schulformen die Ideen für diese Ausstellung ausgearbeitet.

In fünf Gruppen mit 4 bis 10 Teilnehmern beschäftigten sie sich gemeinsam mit den Fachkräften aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit und dem Jugendparlament mit ihren Treffpunkten.

Ausgangspunkte waren die Erfahrungen, die sie an ihren Lieblingsplätzen machen. Nicht immer sind sie dort gerne gesehen. Manchmal entstehen Konflikte mit den Anwohnern, die Anstoß an der Musik, der Lautstärke oder anderen Begleiterscheinungen nehmen. Auch sind die Treffpunkte nicht unbedingt so ausgestattet, wie sich Jugendliche das wünschen.

Durch das Projekt Werkstatt Vielfalt hatten sie nun Gelegenheit, ihre Wünsche und Bedürfnisse an die Stadt zu formulieren und in Bildern festzuhalten. Sie haben sich damit auseinandergesetzt, was ihnen an den Treffpunkten wichtig ist und sie haben Zukunftsvisionen entwickelt.

Möglich gemacht hat dies die Robert-Bosch-Stiftung. Sie fördert mit ihrem Programm „Werkstatt Vielfalt“ überzeugende lokale Jugend-Projekte, die dazu beitragen, dass interkulturelle Vielfalt zur Normalität wird und das Verständnis zwischen den Generationen wächst.

Die Stadt Jülich hatte sich auf Initiative von Dezernentin Katarina Esser im Oktober 2014 mit dem Vorhaben „Checkpoints Jülich – Ausstellung im öffentlichen Raum“ beworben und im Dezember die Förderzusage für das Jahr 2015 erhalten. Die Umsetzung lag federführend beim Amt für Familie, Generationen und Integration in den Händen von Elisabeth Fasel-Rüdebusch.

Ohne im Detail abzusprechen, wie das Endprodukt aussehen soll, hat jede Gruppe für sich einen eigenen Schwerpunkt gefunden und mit ganz kreativen Mitteln umgesetzt:

Die Gruppe Schulzentrum hat ein Sport-Event mit Skateboard und Downhill-Rädern organisiert.

Die Gruppe Kopernikusstraße war auf ihrem Rundgang durch das Nordviertel ganz beindruckt von den vielen Verbotsschildern und startete eine „Sofatour zur Chillen“.

Am Sportplatz an der Schirmerschule gab es ein Blitz-Fußball-Turnier mit Tanzeinlage und die Gruppe Bourheim entwickelte kreative Ideen für das Pfarrheim, wo sie sich regelmäßig trifft. Die Gruppe Schlossplatz/Schwanenteich wiederum beschäftigte sich mit den beiden Plätzen im Zentrum.

Aus dieser Gruppenarbeit heraus kristallisierten sich fünf zentrale Aussagen, was „Jugend“ braucht:

Raum – Orte zum Chillen – Kreativität – Action und Bewegung – Mitbestimmung.

Die dargestellten Themen beschäftigen nicht nur die Jülicher Jugendlichen, sondern sind allgemeingültig für die gesamte Jugend in Deutschland. So sagt die 17. Shellstudie 2015: „Die junge Generation befindet sich im Aufbruch. Sie ist anspruchsvoll, will mitgestalten und neue Horizonte erschließen. Immer mehr junge Leute entdecken dabei auch ihr Interesse an Politik. Der großen Mehrheit der Jugendlichen ist es wichtig, „die Vielfalt der Menschen anzuerkennen und zu respektieren“.“

Dieses Ziel verfolgt auch der Wettbewerb „Zukunftsstadt“. Er ruft unter dem Motto „Eure Stadt – eure Ideen“ bundesweit dazu auf, Ideen für die Stadt der Zukunft zu entwickeln. Jülich ist Teilnehmer des Wettbewerbs und so lag es auf der Hand, die Ergebnisse der Werkstatt Vielfalt in die Zukunftsstadt einfließen zu lassen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten – den Jugendlichen sowie Sarah Böhnke vom Städtischen Jugendheim, Martina Gödde vom Jugendparlament, Anja Laux und Yvonne Töpfer als Schulsozialarbeiterinnen, Nadja Veger von der Offenen Mobilen Jugendarbeit und Elisabeth Fasel-Rüdebusch vom Amt für Familie, Generationen und Integration und als Teamleitung der Jugendarbeit zuständig für die gesamte Organisation.

Zur Eröffnung der Ausstellung berichtete Chantal aus der Gruppe Kopernikusstraße über die Arbeit in ihrer Gruppe und zeigte ein Modell der Chill-Haltestelle. Die Gruppe Sportplatz bot eine Tanzformation, die sie für das Blitz-Fußball-Turnier auf dem Sportplatz einstudiert hatten.

Katharina, Jugendparlamentarierin und Mitarbeiterin der Gruppe Schulzentrum gab ein leidenschaftliches Votum für die Beteiligung der Jugendlichen bei der Zukunftsstadt 2030+ ab.

Die beiden Gruppen Bourheim und Schlossplatz/Schwanenteich übernahmen im Anschluss die Verpflegung der Ausstellungsbesucher.

Zwei Schüler der Realschule sorgten für die Technik. Am Ende erhielten alle Besucher eine „Ausstellung to go“ in Form eines sechsteiligen Postkarten-Sets.

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